Die Entstehung einer Zirkonkrone

Kaum jemand ahnt, wieviel technisches Know-How und wieviel handwerkliches und künstlerisches Geschick in einer Krone stecken.
Im Folgenden möchten wir Ihnen deshalb darstellen, wie Zirkonkronen hergestellt werden.


Zunächst fertigen wir aus dem Abdruck, den wir aus der Zahnarztpraxis bekommen, ein Gipsmodell mit herausnehmbaren Sägestümpfen (Abb. 1).
Auf diesem Modell sollen nun drei Zirkongerüste gefertigt werden. Dafür wird das Modell per Express zum Fräszentrum Detmold geschickt, wo die Gipsstümpfe im Scanner eingelesen werden (Abb. 2). Am Computermonitor wird das Gerüst konstruiert (Abb. 3 und 4) und anschließend in der CAD/CAM-Maschine gefräst (Abb. 5 und 6). Zum Schluss werden die Gerüste zahnfarben eingefärbt, um später eine optimale Farbbrillianz zu gewährleisten.

Zurück in unserem Labor, wird die Passung der Gerüste sowohl auf dem Sägemodell als auch auf dem ungesägten Meistermodell überprüft, und die Kronenränder werden nachgearbeitet und ausgedünnt. Die otimale Passung der "Käppchen" ist auf den Abbildungen 7 und 8 gut zu erkennen.
Zur Verbesserung der Lichtbrechung und zur individuellen Farbgebung werden eingefärbe Keramikmassen auf die Gerüste aufgetragen (Abb. 9) und anschließend im Keramikofen gebrannt. In diesem Fall wurde der Zahnhals mit einem etwas wärmeren Farbton versehen (Abb. 10).

Im Folgenden wird die Zahnform aufgebaut. Das Keramikpulver wird mit einer speziellen Modellierflüssigkeit angerührt (Abb. 11) und lässt sich dann mit einem Pinsel auf das Gerüst aufschichten. Damit die Kronen später im Mund nicht zu sehr "leuchten", wird auf die vorbereiteten Kronen (Abb. 12) eine dünne Keramikschicht aufgetragen, die den Helligkeitswert senkt (Abb. 13). Dann beginnt die Schichtung der "Dentin-Massen", die in verkleinerter Zahnform aufgetragen werden (Abb. 14). Dabei ist die Höhe sowie die Funktion der Kronen im Artikulator* zu überprüfen (Abb. 15).
Anschließend wird die "Schmelzschicht" aufgetragen (Abb. 16). Dabei verwendet man unterschiedlich transparente sogenannte "Schneide-Massen", die wechselweise auf das Dentin aufgetragen werden. Die unterschiedliche Transparenz und Transluzenz lässt die Kronen später umso natürlicher erscheinen.

*Artikulator = Gerät zur Simulation der Kieferbewegungen

Die Form der Kauflächen wird ebenfalls mit unterschiedlichen Schneide- und Transpamassen aufgetragen (Abb. 17 und 18). Dann werden die Kronen in den Keramikofen gestellt (Abb. 19) und gebrannt (Abb. 20). Nach dem Brand sind die Kronen bereits zahnfarben, weisen aber eine noch raue Oberfläche auf und sind durch die Sinterung im Ofen geschrumpft (Abb. 21).

Mit verschiedenen Diamantbohrern werden die Kronen ausgearbeitet (Abb. 22) und im Artikulator auf ihre Funktion überprüft (Abb. 23).
Dann werden sie mit heißem Wasserdampf gereinigt.
Bereits jetzt wird die Kaufläche der Kronen mit speziellen Keramik-Malfarben charakterisiert (Abb. 24).
Um die vorangegangene Schrumpfung der Kronen auszugleichen, wird eine weitere Keramikschicht mit dem Pinsel aufgetragen (Abb. 25). Wieder werden die Kronen im Ofen gebrannt. Auch nach diesem Brand ist die Oberfläche der Kronen rau. Die Form und farbliche Charakterisierung hingegen sind schon gut erkennbar (Abb. 26).

Mit den Diamantbohrern wird die Oberfläche geglättet (Abb. 27) und es erfolgt der Feinschliff für die Kronenform (Abb. 28). Die Kontaktpunkte zu den gegenüberliegenden Zähnen (Antagonisten) und den Nachbarzähnen müssen dabei genauestens eingeschliffen und kontrolliert werden (Abb. 29).
Erst wenn Form und Funktion der Kronen optimal hergestellt sind, erfolgt die endgültige farbliche Charakterisierung mittels der Keramikmalfarben (Abb. 30). Dabei werden z.B. dunkle Verfärbungen in den Tiefen der Kauflächen oder auch weißliche Kalkflecken den natürlichen Zähnen nachempfunden. Nun werden die Kronen zum letzten Mal im Ofen gebrannt (Glanzbrand).

Nach dem Brand ist die Oberfläche der Kronen bereits glatt und glänzend. Um den Glanzgrad der Kronen zu optimieren, wird mit einem weichen Ziegenhaarbürstchen und einer Keramik-Polierpaste nachpoliert. Funktion und Kontaktpunkte der Kronen werden nochmals im Artikulator überprüft.
Anschließend werden die Kronen unter heißem Wasserdampf gereinigt. In den Abbildungen 32 bis 35 sieht man das ästhetisch ansprechende Ergebnis.

Jetzt können die Kronen vom Zahnarzt eingesetzt werden.
Im Mund des Patienten passen sich die Zirkonkronen optimal in ihre Umgebung ein (Abb. 36 und 37).

Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit an Herrn Dr. Christian Schneider, Münster.




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